Am 26.07.2018 hat das OLG München, Az. 34 Wx 239/18, entschieden, dass nach der Trennung eines Paares, das gemeinsam ein Haus gebaut hat, der Ex-Partner eine Entschädigung verlangen kann. Dazu sei ihm hinsichtlich der Frage, wer Grundstückseigentümer ist, Einsicht in das Grundbuch zu gewähren.

Was ist passiert?

 Die Partner, die nicht miteinander verheiratet waren, hatten gemeinsam ein Haus auf dem Grundstück errichtet, das die Frau angeblich von ihrem Großvater bekommen hatte. Nach der Trennung wollte der Mann einen Ausgleich für die von ihm als Heizungsbauer und Sanitätsinstallateur erbrachten Arbeiten bekommen. Diesen Ausgleich konnte er nur gegenüber dem Eigentümer des Grundstücks geltend machen. Er verlangte daher zunächst Auskunft darüber, wer Eigentümer an dem Grundstück ist. Seinen Antrag lehnte das Grundbuchamt allerdings mangels rechtlichen Interesses ab.

Was sagt das OLG München dazu?

Auf die Beschwerde des Mannes hat das OLG München den Beschluss des Grundbuchamtes aufgehoben, soweit die Einsicht in das Bestandsverzeichnis und Abteilung I des Grundbuchs abgelehnt wurde. Das Grundbuchamt wird insofern angewiesen, die beantragte Einsicht zu gewähren.

Das Grundbuch muss ihm nach Auffassung des Oberlandesgerichts ein Einsichtsrecht in die Grundakten dahingehend gewähren, wer Eigentümer des Grundstücks ist. Wenn seine ehemalige Partnerin Eigentümerin wäre, hätte er seine Arbeitsleistung tatsächlich an sie erbracht und könne einen Ausgleich von ihr verlangen. Um einen Anspruch auf die Auskunft zu haben reiche dieses wirtschaftliche Interesse an der Auskunft, wer für das Grundstück als Eigentümer eingetragen sei, aus.

  

Quellen: Pressemitteilung des DAV FamR 04/2019 v. 15.04.2019 und Juris das Rechtsportal

 

RH