Filesharing-Prozess um den Film „Space of The Living Dead“

Diese Sache war von Anfang an tot. Das hat jetzt auch die von den Rechtsanwälten Schulenberg & Schenk vertretene Klägerin, die MIG Film GmbH, erkannt und die Klage vor dem Amtsgericht Magdeburg zurückgenommen.

Die MIG Film GmbH hat den Beklagten unter dem Gesichtspunkt der Täterhaftung nach der angeblichen urheberrechtswidrigen Verbreitung des Films „Space Of The Living Dead“ über eine so genannte Internet-Tauschbörse im Dezember 2009 in Anspruch genommen. Mit der Klage fordert die Klägerin
– so genannte fiktive Lizenzkosten in Höhe von € 200,00 und
– der Ersatz von Anwaltskosten für eine Abmahnung in Höhe von € 807,80.

Um die zunächst drohende Verjährung zu hemmen, hatten die Bevollmächtigten der Klägerin, die Rechtsanwälte Schulenberg & Schenk, ein gerichtliches Mahmverfahren vorgeschaltet. Darin hatten sie die MIG Film GmbH die Forderungen in abweichender Höhe erhoben:
– fiktive Lizenzkosten in Höhe von € 42,20 und
– Ersatz von Anwaltskosten in Höhe von € 807,80.

Der Beklagte hat im Prozess unter anderem die ordnFilesharing-Prozess um den Film „Space of The Living Dead“
ungsgemäße Ermittlung des ihm vorgeworfenen Urheberrechtsverstoßes bestritten; es war die Fa. Guardeley mit ihrem Programm „Observer“ tätig gewesen. Aufgrund dessen hat das Gericht die Einholung eines Sachverständigen-Gutachtens beschlossen. Abhängig gemacht hat das Gericht dies allerdings davon, dass die – beweisbelastete – Klägerin eine Vorschuss in Höhe von € 15.000,00 einzahlt.

Eine solche Zahlung hat die MIG Film GmbH nun durch ihre Klagerücknahme vermieden.

Da die Klägerin maximal einen Schadensersatzbetrag in Höhe € 42,20 hätte erlangen können und das Gericht auch der Ansicht war, dass die geforderten Anwaltskosten überhöht waren, hätte sie auch bei aus ihrer Sicht positivem Begutachtungsergebnis mit einer erheblichen Kostenquoute zu ihren Lasten rechnen müssen. Das Verfahren wäre bei Einzahlung des Kostenvorschusses zu keinem wirtschaftlich sinnvollen Abschluss zu bringen gewesen. Der vom Beklagten bei aus Sicht der Klägerin positivem Prozessausgang maximal zu erlangende Betrag hätte die von der Klägerin aufgrund der zu erwartenden Kostenquote zu deckenden Verfahrenskosten – insbesondere inklusive der Gutachterkosten – bei weitem nicht decken können.

Filesharing-Prozess um den Film „Space of The Living Dead“Nicht vemeiden kann die MIG Film GmbH allerdings unseren Kostenantrag: Wer die Musik bestellt, muss sie auch zahlen. 😉

By | 2017-07-04T16:39:51+00:00 Januar 13th, 2016|Internetrecht|Kommentare deaktiviert für Filesharing-Prozess um den Film „Space of The Living Dead“

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