Gesundheitsausschuss des Bundestages billigt Pflegeberufereformgesetz

Am 21.06.2017 hat der Gesundheitsausschuss des Bundestages nach monatelangen kontroversen Beratungen das heftig umstrittene Pflegeberufereformgesetz gebilligt.

Am 21.06.2017 stimmten die Koalitionsfraktionen von Union und SPD für die in den Beratungen noch deutlich veränderte Vorlage. Die Opposition votierte gegen den Gesetzentwurf (BT-Drs. 18/7823), der endgültig am 22.06.2017 im Bundestag beschlossen werden soll.

Ein durchgängig generalistisches Ausbildungskonzept, das die drei Berufszweige Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege vereinen sollte, war ursprünglich vorgesehen. Jedoch bemängelten Kritiker, dass damit Spezialwissen in der Kinderkranken- und Altenpflege nicht mehr ausreichend vermittelt würde.

Eine mindestens zweijährige generalistische Ausbildung sowie eine mögliche einjährige „Vertiefung“ in den Bereichen Kinderkranken- und Altenpflege sieht der nun im Ausschuss verabschiedete Kompromiss vor. Somit sind künftig weiterhin differenzierte Abschlüsse möglich in der sogenannten Gesundheits- und Kinderkrankenpflege sowie Altenpflege. Künftig liegt der Schwerpunkt jedoch in der Generalistik.

In Vollzeit dauert die Ausbildung drei Jahre, in Teilzeit maximal fünf Jahre und ist für die Auszubildenden künftig kostenlos. Das Schulgeld, dass bislang in manchen Ländern noch erhoben wurde, entfällt. Ein mittlerer Schulabschluss oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung ist Voraussetzung für eine Pflegeausbildung. Neu wird eine Pflegeausbildung an Hochschulen eingeführt. Drei Jahre dauert das Studium und soll u.a. ein vertieftes Wissen über Grundlagen der Pflegewissenschaft vermitteln.

Der Pflegeberuf soll mit der Ausbildungsreform an neue Anforderungen angepasst werden. Weil in den Krankenhäusern der Anteil älterer, demenziell erkrankter Patienten steigt und in den Pflegeheimen der medizinische Behandlungsbedarf der Bewohner zunimmt, wird die Generalistik als besonders wichtig erachtet. Die Einsatzfelder von Pflegern sollen angesichts des Fachkräftemangels in der Pflege durch Wechselmöglichkeiten vergrößert werden.

Als schweren Mangel monierten Die Fraktionen Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen, dass die notwendige Ausbildungs- und Prüfungsverordnung noch gar nicht vorliege.

 

Quelle: hib – heute im bundestag Nr. 383 v. 21.06.2017 und Juris das Rechtsportal

 

RH

By | 2017-06-21T22:27:40+00:00 Juni 21st, 2017|Arbeitsrecht, Kanzlei, Medizinrecht|Kommentare deaktiviert für Gesundheitsausschuss des Bundestages billigt Pflegeberufereformgesetz

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