Im Verfahren über die Berufung eines früheren Beschäftigten der Zentralen Ausländerbehörde (ZAB) im Bürgeramt der Stadt Bielefeld hat das LArbG Hamm am 10.01.2019 zu Az. 11 Sa 505/18 entschieden, dass die Kündigung des gebürtigen Nigerianers kurz vor dem Ende der sechsmonatigen Probezeit zu Recht erfolgt ist.

Was ist passiert?

Am 01.12.2016 trat der 30-jährige, verheiratete Kläger mit Abschluss im Studiengang Wirtschaftsrecht als Verwaltungsangestellter in ein Arbeitsverhältnis mit der Stadt Bielefeld. Der Arbeitsvertrag war unbefristet und sah eine Probezeit von sechs Monaten vor. Vereinbarungsgemäß erfolgte der Einsatz in der ZAB, die für Asylangelegenheiten zuständig ist. Der Kläger war dem dortigen Team Rückkehrmanagement zugeordnet. Bewusst setzte die Stadt den Kläger nicht im Bereich von Einrichtungen für Schwarzafrikaner ein. Eine direkte Vorgesetzte äußerte im Februar 2017 gegenüber dem Kläger auf dessen Bitte um Hilfe bei einem Faxversand einmalig, sie mache keine „Neger-Arbeit“. Mit dem Kläger wurden während der Probezeit wiederholt Gespräche über dessen aus Sicht der Beklagten nicht erwartungsgemäße Arbeitsleistung geführt. Insbesondere bleibe das Arbeitstempo deutlich hinter dem vergleichbarer Beschäftigter zurück. Aus Gründen seiner ethnischen Herkunft sieht sich der Kläger durch die gegen Ende der Probezeit ausgesprochene fristgerechte Kündigung benachteiligt. Indizien dafür seien die von der beklagten Stadt vorgenommene Beschränkung des Einsatzbereichs und die zitierte Äußerung der Vorgesetzten.

Das Arbeitsgericht Bielefeld sah keine ausreichend aussagekräftigen Anhaltspunkte für die Annahme einer unzulässigen diskriminierenden Kündigung (Urt. v. 17.04.2018 – 5 Ca 1285/17).

Was sagt das LArbG Hamm dazu?

Die Berufung des Klägers hat das LArbG Hamm als unbegründet zurückgewiesen.

Von einer Diskriminierung durch eine Kündigung kann nach Auffassung des Landesarbeitsgerichts regelmäßig nur ausgegangen werden, wenn der Betroffene im ersten Schritt aussagekräftige Umstände darlege, die nach allgemeiner Lebenserfahrung eine überwiegende Wahrscheinlichkeit für eine Benachteiligung gerade wegen eines verpönten Merkmals begründen könnten. Die vom Kläger dargelegten Umstände seien insoweit nicht geeignet, eine Diskriminierung zu belegen. Die Stadt habe vielmehr sachlich nachvollziehbare Gründe für die Einsatzbeschränkung vorgebracht. Zwar sei die Äußerung der Dienstvorgesetzten erkennbar unangemessen, könne aber unter Berücksichtigung der angeführten Leistungsdefizite nicht in einen direkten Zusammenhang mit dem Kündigungsmotiv gebracht werden.

  

Quellen: Pressemitteilung des Ministeriums der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen v. 10.01.2019 und Juris das Rechtsportal

 

RH