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LG Osnabrück verurteilt Angeklagten zu 8 Jahren Freiheitsstrafe wegen des Todes eines Kleinkindes nach Schütteltrauma

Am 10.04.2018 hat das LG Osnabrück zu Az. 6 Ks 15/17 den Angeklagten im Verfahren wegen des Todes eines Kleinkindes nach einem Schütteltrauma zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt.

 Den 31-jährigen Angeklagten hat das Landgericht der Körperverletzung mit Todesfolge für schuldig befunden. Dass der Angeklagte in der Nacht vom 08.08. auf den 09.08.2017 den 13 Monate alten Sohn seiner damaligen Lebensgefährtin so heftig geschüttelt hat, dass dieser am 12.08.2017 an den Folgen des Schüttelns verstorben ist, sah das Landgericht als erwiesen an. Das Landgericht hat zwar keinen Tötungsvorsatz des Angeklagten festgestellt. Der Angeklagte hat dem Kleinkind zur Überzeugung des Landgerichts aber vorsätzlich Verletzungen mit tödlichen Folgen zugefügt, so dass eine Verurteilung wegen Körperverletzung mit Todesfolge – nicht lediglich wegen fahrlässiger Tötung – erfolgt ist.

Der Angeklagte wurde vom LG Osnabrück zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt.

Das Motiv der Tat konnte nach Auffassung des Landgerichts nicht sicher festgestellt werden. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme sei offen geblieben, ob der Angeklagte das Kind schüttelte, weil er über das unruhige Verhalten des Kindes die Nerven verloren habe oder ob er über die verspätete Rückkehr seiner Lebensgefährtin wütend gewesen sei. Zugunsten des Angeklagten habe das Landgericht bei der Strafzumessung den Umstand gewertet, dass er nicht einschlägig vorbestraft sei, den Vorwurf des Schüttelns eingeräumt habe und sich reuig gezeigt habe. Das Landgericht habe dagegen zu Lasten des Angeklagten gewertet, dass er bewusst die Obhut und Fürsorge für das Kind übernommen habe und dass das Kleinkind ihm schutzlos ausgeliefert gewesen sei. Das Schwurgericht habe auf dieser Grundlage eine Freiheitsstrafe von acht Jahren für tat- und schuldangemessen erachtet. Das Gesetz sehe für den Straftatbestand der Körperverletzung mit Todesfolge einen Strafrahmen von drei bis 15 Jahren Freiheitsstrafe vor.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

 

Quelle: Pressemitteilung des LG Osnabrück Nr. 10/2018 v. 10.04.2018 und Juris das Rechtsportal

 

RH

By | 2018-04-11T08:11:02+00:00 April 11th, 2018|Familienrecht, Kanzlei|0 Kommentare

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