Am 20.11.2018 hat das OLG Düsseldorf zu Az. I-8UF 187/17 entschieden, dass die Unterbringung eines Kindes bei „Profi-Pflegeeltern“ auch dann ermöglicht werden muss, wenn ein Verwandter bereit ist, die Vormundschaft und die Betreuung zu übernehmen, wenn das Wohl des Kindes dies gebietet.

Was ist passiert?

Das AG Mülheim entzog im konkreten Fall einer alleinerziehenden Mutter die elterliche Sorge über ihre heute zwei und zehn Jahre alten Kinder. Aus eigener Hilflosigkeit hatte die Mutter, die inzwischen selbst unter Betreuung steht, ihre Kinder stark vernachlässigt. Nach dem Wunsch der Familie sollten die Kinder nun bei den beiden Schwestern der Mutter aufwachsen, die sich dazu bereiterklärt hatten.

Die Entscheidung des Amtsgerichts bestätigte das OLG Düsseldorf. Danach wurde das Jugendamt zum Vormund bestellt, um die Unterbringung bei Pflegeeltern zu ermöglichen.

Was sagt das OLG Düsseldorf dazu?

Der Wunsch der Familie dient nach Auffassung des Oberlandesgerichts nicht den Interessen der Kinder. Diesem Wunsch ist daher nicht zu entsprechen. Es genüge nicht, dass den Kindern bei ihren Tanten keine weitere Gefahr drohe. Vielmehr sei maßgebend, dass die Kinder in einer vom Jugendamt ausgewählten „Profi-Pflegefamilie“ besser aufgehoben wären als bei ihren Tanten. Den Tanten fehle die persönliche Eignung, die für die Bestellung zum Vormund erforderlich sei. Bislang hätten sie sich nicht um die Kinder gekümmert und keine Beziehung zu ihnen aufgebaut. Die stark vernachlässigten Kinder bräuchten aber emotionale Sicherheit, einen sicheren Lebensort und stabile Lebensverhältnisse. Im konkreten Fall könne dies von „Profi-Pflegeeltern“ besser gewährleistet werden als von den eigenen Verwandten.

  

Quellen: Pressemitteilung des OLG Düsseldorf Nr. 3/2019 v. 13.02.2019 und Juris das Rechtsportal

 

RH