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Nach Operation im Knie zurückgebliebener Fremdkörper begründet Anspruch auf Schmerzensgeld

Am 24.10.2018 hat das OLG Oldenburg einem Patienten, der sich einer Kniegelenksoperation unterzogen hatte, bei der die Metallspitze des Operationsinstrumentes im Knie verblieb, Schmerzensgeld in Höhe von 20.000 Euro zugesprochen.

Was ist passiert?

 Kläger war ein 46-Jährige Mann, der sich bei einem Arzt einer Kniegelenksoperation unterzogen hatte. Am Abend des Behandlungstages konnte die Metallspitze des Operationsinstrumentes in der Arztpraxis nicht aufgefunden werden. Darüber machte sich der Arzt eine Notiz für den Fall, dass die Spitze bei einer Operation im Körper eines Patienten verblieben sein könnte. Der Mann stellte sich einen Tag später bei dem behandelnden Arzt zum Verbandswechsel und wieder ein paar Tage später zum Fädenziehen vor. Wegen extremer Schmerzen meldete er sich etwa einen Monat nach der Operation erneut bei dem Arzt. Nach einer Röntgenuntersuchung wurde festgestellt, dass bei der Operation die Metallspitze des Operationsinstrumentes tatsächlich im Knie verblieben war. Durch eine weitere Operation musste sie entfernt werden.
Der Mann bekam vom LG Osnabrück ein Schmerzensgeld i.H.v. 12.000 Euro zugesprochen. Das LG Osnabrück vertrat dazu die Auffassung, dass die Tatsache, dass der Arzt, nachdem er am Abend das Fehlen der Metallspitze bemerkt hatte, nicht alle Patienten, die an diesem Tag operiert worden waren, nachuntersucht habe, groben Behandlungsfehler darstelle.
Patient und Arzt legten gegen diese Entscheidung Berufung beim Oberlandesgericht ein. Der Patient strebte ein höheres Schmerzensgeld an, der Arzt wollte nur 7.500 Euro zahlen.

Was sagt das OLG Oldenburg dazu?

Der Kläger bekam vom OLG Oldenburg ein Schmerzensgeld i.H.v. 20.000 Euro zugesprochen.

Das Oberlandesgericht berücksichtigte dabei u.a., dass der Mann einen dauerhaften Knorpelschaden mit erheblichen Schmerzen bei längerem Gehen und Stehen erlitten hat, was den vormals sportlich sehr aktiven Mann in seiner Lebensführung erheblich einschränkt. Insbesondere sei aber auch das ganz erhebliche Verschulden des Arztes zu berücksichtigen. Am Abend der Operation habe dieser das Fehlen der Metallspitze bemerkt. Daraufhin habe er sich zunächst einmal damit abgefunden, dass einer seiner Patienten hierdurch erheblich verletzt werden könne. Er habe es weder beim Verbandswechsel noch beim Fädenziehen für nötig befunden, abzuklären, ob die Metallspitze im Knie des 46-Jährigen verblieben war. Erst nachdem die Spitze bereits Schäden verursacht und der Mann mit erheblichen Schmerzen erneut vorstellig wurde, sei der Arzt tätig geworden. Daher sei dem Arzt der Vorwurf jedenfalls gröbster Fahrlässigkeit zu machen, was eine deutliche Erhöhung des Schmerzensgeldes erforderlich mache.

  

Quelle: Pressemitteilung des OLG Oldenburg v. 28.01.2019 und Juris das Rechtsportal

 

RH

By |2019-01-29T00:39:04+02:0029. Jan 2019|Kanzlei, Medizinrecht|Kommentare deaktiviert für Nach Operation im Knie zurückgebliebener Fremdkörper begründet Anspruch auf Schmerzensgeld
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