Das OLG Hamm hatte zu entscheiden, ob ein durch künstliche Befruchtung gezeugtes Kind von dem Mediziner, in dessen Gemeinschaftspraxis die Samenspende stattfand, Auskunft über seine genetische Abstammung verlangen kann.

Was ist passiert?

Die Klägerin wurde im März 1988 geboren. Ihre Mutter hatte sich im Juni 1987 in der beklagten Gemeinschaftspraxis einer heterologen Insemination unterzogen. Die Behandlung führte einer der als haftende Gesellschafter mitverklagten Ärzte der Praxis durch. Die Klägerin erbat in den Jahren 2013 und 2015 von den Beklagten Auskünfte über ihre genetische Abstammung. die Beklagten verweigerten die Auskünfte jeweils u.a. mit dem Hinweis, dass keine Unterlagen mehr vorhanden seien.

Was sagt das LG Essen dazu?

Mit Urt. v. 19.11.2015, Az. 1 O 58/15, hat das LG Essen der Auskunftsklage stattgegeben. Dabei hat es den Auskunftsanspruch der Klägerin gegen alle Beklagten bejaht, eine Unmöglichkeit der Auskunftserteilung als nicht bewiesen angesehen und seine Verjährung verneint.

Am 23.11.2016 haben die Beklagten die zunächst eingelegte Berufung zurückgenommen. Damit ist das Urteil des Landgerichts rechtskräftig.

 

Quelle: Pressemitteilungen des OLG Hamm v. 21. und 23.11.2016 und Juris das Rechtsportal

 

RH