Am 02.01.2017, Az. S 2 R 927/13, hat das SG Dresden entschieden, dass sich Schauspieler nicht zwingend auf eine kassenärztliche metallische Zahnbrücke verweisen lassen müssen. Vielmehr können die besonderen Anforderungen des Schauspielerberufs eine Vollverblendung der Brücke erfordern, auch wenn Backenzähne betroffen sind.

Was ist passiert?

Der 52-jährige Kläger ist als Theater- und Fernsehschauspieler in verschiedenen befristeten Beschäftigungsverhältnissen tätig gewesen. Er ließ sich im Bereich des rechten Unterkiefers eine Brücke des 5. bis 7. Zahnes anfertigen. Von der Krankenkasse wurden nur die Kosten für eine metallische Konstruktion erstattet. Von der Rentenversicherung begehrte der Kläger die Zahlung weiterer 1.450 Euro für eine zahnfarbene Vollverblendung.

Was sagt das SG Dresden dazu?

Die Rentenversicherung wurde vom SG Dresden zur begehrten Zahlung verurteilt.

Zahnersatz ist nach Auffassung des Sozialgerichts zwar keine in der Rehabilitation typische Leistung, er kann aber bei der Rehabilitation in der Rentenversicherung notwendig werden, wenn durch ihn die Fähigkeit, einem Erwerb nachzugehen, verbessert wird. Das traf im vorliegenden Fall zu. Die beruflichen Vermittlungschancen des Klägers blieben erhalten bzw. würden erhöht. Die Verbesserung, die durch den Zahnersatz erzielt wurde, sei nicht nur allgemeiner Art, sondern hänge mit der besonderen Tätigkeit als Schauspieler zusammen. Sowohl in historischen Rollen wie auch in solchen, für die eine Kontinuität im Aussehen maßgeblich sei, spiele der Kläger in befristeten Arbeitsverhältnissen. Nach Anhörung eines Sachverständigen kam das Sozialgericht zu diesem Ergebnis. Dier Sachverständige führte insbesondere aus, dass bei Teilverblendungen im Unterkiefer die metallisch verblendeten Kaufflächen relativ gut sichtbar blieben.

Der Gerichtsbescheid ist nicht rechtskräftig.

 

Quelle: Pressemitteilung des SG Dresden v. 03.03.2017 und Juris das Rechtsportal

 

RH