Am 07.12.2017 hat das VG München zu Az. M 18 S 17.3702 entschieden, dass Kinder unter 14 Jahren nicht am Lasertag-Spiel in einer Halle im Raum Ingolstadt teilnehmen dürfen.

Was ist passiert?

Dem Betreiber einer Lasertaganlage wurde von der Stadt Ingolstadt aus Jugendschutzgründen untersagt, Personen unter 14 Jahren Zutritt zu gewähren. Beim Lasertag-Spiel versuchen Spieler, mit einem speziellen Laserpointer Gegenspieler oder andere Ziele zu treffen. Treffer werden auf den von den Spielern getragenen Westen blinkend angezeigt. Auf Kinder Kindern könne dieses Spel nach Ansicht der Stadt Ingolstadt desensibilisierende und aggressionssteigernde Wirkung haben. Dagegen stelle nach Ansicht des Betreibers das Lasertag-Spiel  eine Weiterentwicklung hergebrachter Fangspiele („Räuber und Gendarm“) und Ballspiele (Brennball, Völkerball) dar.

Was sagt das VG München dazu?

Den Eilantrag gegen das Zutrittsverbot zu der Lasertaganlage für unter 14-jährige Personen hat das VG München abgelehnt.

Nach erfolgter Güterabwägung konnte nach Auffassung des Verwaltungsgerichts mangels entsprechender empirischer Studien im Eilverfahren nicht abschließend geklärt werden, ob das Lasertag-Spiel für die psychologische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen als eine moderne Variante hergebrachter Spiele einzuordnen oder als verfremdetes, die psychologische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beeinträchtigendes Kriegsspiel anzusehen ist. Zudem bestehe noch Klärungsbedarf hinsichtlich des konkreten Betriebskonzeptes der Anlage. Die finanziellen Interessen des Betreibers müssten hinter dem Schutz der seelischen und geistigen Gesundheit von Kindern unter 14 Jahren zurückstehen. Der Betreiber müsse daher etwaige durch das Zutrittsverbot entstehende Umsatzeinbußen bis zur gerichtlichen Klärung in der Hauptsache hinnehmen.

Innerhalb von zwei Wochen kann gegen den Beschluss Beschwerde zum VGH München eingelegt werden.

 

Quelle: Pressemitteilung des VG München v. 15.12.2017 und Juris das Rechtsportal

 

RH