LG Düsseldorf: Schadensersatzklage der Ärzte- und Apothekerbank gegen ehemalige Vorstände abgewiesen

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LG Düsseldorf, Urteil vom 25.04.2014 – 39 O 36/11

Das LG Düsseldorf hat mit Urteil vom 25.04.2014 – 39 O 36/11 entschieden, dass die fünf ehemaligen Vorstände der Ärzte- und Apothekerbank die Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters angewendet haben. Sie sind deshalb wegen fehlgeschlagener Anlagen nicht schadensersatzpflichtig.

Was war passiert?
Die Klägerin hatte Schadensersatz in Höhe von mehr als 66 Mio. Euro gefordert, weil die Anlageentscheidungen der Beklagten zu riskant gewesen seien. Die Underlyings hätten einen Subprime-Anteil von bis zu 70% gehabt, der zu den Verlusten geführt habe. Spätestens Anfang 2007 habe sich die Finanzmarktkrise bzw. die Subprime-Krise abgezeichnet. Trotz erkennbarer Krisenvorzeichen hätten die Beklagten ohne ausreichende Informationsbasis investiert.

Was sagt das LG Düsseldorf dazu?
Das LG Düsseldorf hat die Schadensersatzklage der Ärzte- und Apothekerbank gegen fünf ihrer ehemaligen Vorstände abgewiesen und den Widerklagen von drei Ex-Vorständen stattgegeben.

Nach Auffassung des Landgerichts haben die Beklagten die Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters angewendet. Sie hätten die Entscheidungsgrundlagen sorgfältig ermittelt und das Für und Wider der Investitionsentscheidung mit der gebotenen Sorgfalt abgewogen. Das Fehlschlagen der Anlage beruhe auf den Auswirkungen der Finanzmarktkrise. Der Misserfolg der Anlage sei nicht auf die mangelnde Bonität der Underlyings zurückzuführen, sondern auf die fehlende Liquidität der Märkte, die zu dem Preisverfall und den Verlusten der Klägerin geführt habe. Ein derart massiver Preisverfall bei den bis dahin mit dem höchsten Rating ausgestatteten Assets sei auch bei sorgfältigster Prüfung nicht zu erwarten gewesen.

Die von drei der Beklagten geforderten Abfindungsansprüche, Ruhegeldzahlungen, Bonusforderungen und Versorgungsleistungen in Höhe von insgesamt mehr 2,6 Mio. Euro hat das Landgericht in voller Höhe zugesprochen.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Was lernen wir daraus?
Sofern ein Bank für einen Anleger Geld anlegt oder der Vorstand für seine Bank, ergibt sich nicht automatisch ein Schadensersatzanspruch, wenn die Anlageform nicht den erwarteten Erfolg hat. So werden Ansprüche auf Schadensersatz ins Leere gehen, wenn, wie im vorliegenden Fall, kein vorwerfbares Verhalten mit der getätigten Geldanlage verbunden ist.
(RH)

By | 2017-07-04T16:39:56+00:00 Mai 28th, 2014|Bank- und Kapitalrecht|Kommentare deaktiviert für LG Düsseldorf: Schadensersatzklage der Ärzte- und Apothekerbank gegen ehemalige Vorstände abgewiesen

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