Nach einem jüngsten Urteil des OLG Brandenburg, Az.: 9 UF 132/15, darf eine 15-Jährige auch gegen den Willen der Eltern eine intime Beziehung zu einem 30 Jahre älteren Mann haben, da andernfalls das Kindeswohl gefährdet sei.

Was ist passiert?

Im konkreten Fall hatten die Eltern des Mädchens versucht, den Kontakt zwischen dem Paar zu unterbinden. Dagegen wehrte sich das Mädchen. Unter anderem hielt es seinen Aufenthaltsort vor seinen Eltern geheim. Schließlich brachten die Eltern ihre Tochter für einige Wochen in der Psychiatrie unter.

Was sagt das OLG Brandenburg dazu?

Wenn ihre Tochter im Teenageralter mit einem 30 Jahre älteren Mann zusammen ist, haben Eltern dies nach der Entscheidung des OLG Brandenburg hinzunehmen, da ein Verbot der Beziehung das Wohl des Kindes gefährden könnte.

Das von den Eltern geforderte Kontakt- und Näherungsverbot für den Partner ihrer Tochter lehnte das Gericht ab. Der Kindeswille könne hier nicht übergangen werden. Vielmehr sei der Entscheidung des Mädchens ein hohes Gewicht beizumessen.
Ihren Wunsch, diese Liebesbeziehung weiter zu leben, habe die Jugendliche „zielorientiert und stabil“ geäußert. Darin sahen die Richter eine sehr bewusste Eigenentscheidung, die zu beachten sei.

Was sagen Fachleute dazu?

„Grundsätzlich geht das Gesetz davon aus, dass eine 15-Jährige reif genug ist, auch über ihr Sexualleben selbstbestimmt zu entscheiden“, so der Berliner Strafrechtler Robert Ufer. „Nur wenn konkrete Anhaltspunkte für eine besondere Unreife vorliegen, wäre der Fall anders zu beurteilen.“

Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/urteil-zum-kindeswohl-15-jaehrige-darf-liebesbeziehung-mit-30-jahre-aelterem-mann-fuehren-a-1119197.html

RH