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Sind Betriebsratsmitglieder verpflichtet sich abmelden? Dazu Pressemitteilung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) Nummer 54/11.

Zweck der Meldepflicht

Zweck der Meldepflicht ist es, dem Arbeitgeber die Überbrückung des Arbeitsausfalls zu ermöglichen. Daher besteht keine vorherige Meldepflicht in Fällen, in denen eine vorübergehende Umorganisation der Arbeitseinteilung nicht ernsthaft in Betracht kommt. Maßgeblich sind die Umstände des Einzelfalls. Dazu gehören insbesondere die Art der Arbeitsaufgabe des Betriebsratsmitglieds und die voraussichtliche Dauer der Arbeitsunterbrechung. In Fällen, in denen sich das Betriebsratsmitglied nicht vorher abmeldet, ist es verpflichtet, dem Arbeitgeber auf dessen Verlangen nachträglich die Gesamtdauer der in einem bestimmten Zeitraum geleisteten Betriebsratstätigkeit mitzuteilen.

Sind Betriebsratsmitglieder verpflichtet sich abmelden? Dazu das BAG:

Der neunköpfige Betriebsrat eines Unternehmens für automobile Marktforschung mit ca. 220 Arbeitnehmern wollte gerichtlich festgestellt wissen, dass seine Mitglieder nicht verpflichtet sind, sich bei Ausführung von Betriebsratstätigkeit, die sie am Arbeitsplatz erbringen, zuvor beim Arbeitgeber abzumelden. Der Antrag hatte vor dem Siebten Senat – wie bereits in den Vorinstanzen – keinen Erfolg. Der uneingeschränkt gestellte Antrag erfasst auch Fallgestaltungen, in denen er unbegründet ist. Die umstrittene Pflicht lässt sich weder generell verneinen noch bejahen. Sie hängt von den Umständen des Einzelfalls ab.

(Quelle: Pressemitteilung des BAG Nr. 54/11)

Dazu siehe auch: https://raheinemann.de/larbg-duesseldorf-betriebsratswahl-ist-bei-anwendung-des-falschen-wahlverfahrens-nicht-nichtig/

RH

Rechtsanwalt Rolf Heinemann: Sind Betriebsratsmitglieder verpflichtet sich abmelden? Dazu Pressemitteilung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) Nummer 54/11.