Bundesarbeitsgericht, Urteil vom 14. November 2012 – 5 AZR 866/11

Arbeitnehmer aufgepasst: Nach dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 14.11.2012- Az.: 5 AZR 866/11 müssen Arbeitnehmer auf Verlangen des Chefs bereits am ersten Krankheitstag ein ärztliches Attest vorlegen.

Was war passiert?
Die Klägerin, eine Rundfunkredakteurin aus Nordrhein-Westfalen, war nach einer Krankheit im November 2010 von ihrem Arbeitgeber aufgefordert worden, künftig bereits am ersten Krankheitstag einen Arzt auszusuchen und ein Attest vorzulegen.

Die Klägerin meinte, der Arbeitgeber müsse solch eine Anweisung sachlich rechtfertigen, und dürfe sich auch nicht einzelne Arbeitnehmer herauspicken.

In den ersten beiden Instanzen gaben die Richter dem beklagten Arbeitgeber statt. Dagegen richtet sich die Revision der Klägerin.

Was sagt das Bundesarbeitsgericht dazu?
Die Revision bleibt ohne Erfolg.

Beschäftigte müssen auf Verlangen ihres Arbeitgebers bereits am ersten Krankheitstag ein ärztliches Attest vorlegen. Begründen müssen die Arbeitgeber dieser Forderung nicht.

Was lernen wir daraus?
Die gesetzliche Frist, wonach Arbeitnehmer am vierten Tag der Krankheit eine entsprechende Bescheinigung beim Arbeitgeber vorzulegen haben, kann auf Verlangen des Arbeitgebers verkürzt werden. So muss der Arbeitnehmer auf Verlangen des Chefs auch schon am ersten Tag ein ärztliches Attest vorlegen.
(GW)