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Verhaltensbedingte Kündigung wegen Quantitäts- oder Qualitätsdefiziten? Dazu hat am 25.08.2017, Az.: 3 Ca 1305/17, das ArbG Siegburg entschieden. Und zwar kann eine verhaltensbedingte Kündigung (KschG) gerechtfertigt sein, wenn der Arbeitnehmer nach Abmahnung seine arbeitsvertraglichen Pflichten nicht mit der geschuldeten Qualität oder Quantität erfüllt und Qualitätsdefizite und/oder Quantitätsdefizite seiner Arbeitsleistung vorliegen, so das ArbG.

Was ist passiert?

Nachdem einem Kfz.-Mechaniker wegen schlechter Arbeitsleistungen verhaltensbedingt gekündigt worden war, hatte dieser bei ArbG Siegburg Kündigungsschutzklage eingereicht. Der Arbeitgeber warf dem Arbeitnehmer vor, bei einem Werkstatttest nur vier von sechs Fehlern erkannt sowie bei einem Auftrag anstehende Servicearbeiten nicht durchgeführt zu haben. Der Ruf des Autohauses würde dadurch beschädigt. Auch nach drei vorausgegangenen Abmahnungen sei kein Besserungswille beim Kläger festzustellen. Die Qualitätsdefizite und Quantitätsdefizite seien nach wie vor vorhanden.

Verhaltensbedingte Kündigung wegen Quantitäts- oder Qualitätsdefiziten? Dazu das ArbG Siegburg:

Der Kündigungsschutzklage hat das ArbG Siegburg am 25.08.2017, Az.: 3 Ca 1305/17, stattgegeben.

Der Arbeitgeber hat nach Auffassung des Arbeitsgerichts weder die Leistungen des Klägers über einen repräsentativen Zeitraum noch die Fehlerquote vergleichbarer Arbeitnehmer dargelegt. So habe das Gericht nicht erkennen können, ob der Kläger seine vertraglichen Verpflichtungen vorwerfbar verletzt habe. Der Arbeitnehmer müsse tun, was er kann, und zwar so gut, wie er kann. Mit seinem Vortrag müsse der Arbeitgeber jedoch das Gericht in die Lage versetzen, feststellen zu können, dass bei dem Arbeitnehmer eine die Durchschnittsleistung erheblich unterschreitende Leistung vorliege. Er müsse auch weitere Umstände vortragen, dass und warum darin eine vorwerfbare Pflichtverletzung liege.

Rechtskräftig ist die Entscheidung noch nicht. Beim LArbG Köln kann gegen das Urteil Berufung eingelegt werden.

Quellen: Presseservice des Ministeriums der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen v. 14.09.2017 und Juris das Rechtsportal

Verhaltensbedingte Kündigung wegen Quantitäts- oder Qualitätsdefiziten?

Dazu siehe auch: https://raheinemann.de/arbg-berlin-kuendigung-eines-alkoholkranken-berufskraftfahrers-rechtmaessig/ und https://raheinemann.de/kuendigung-wegen-wiederheirat-nach-scheidung-als-diskriminierung/ und https://raheinemann.de/kuendigung-wegen-quarantaene-im-zusammenhang-mit-covid-19/ und https://raheinemann.de/ablehnung-eines-lehramtsbewerbers-wegen-strafrechtlicher-verurteilung/ und https://raheinemann.de/fristlose-kuendigung-bei-kundendatenmissbrauch/ und https://raheinemann.de/fristlose-kuendigung-des-arbeitsverhaeltnisses-nach-grober-beleidigung/

RH

Rechtsanwalt Rolf Heinemann:
Verhaltensbedingte Kündigung wegen Quantitäts- oder Qualitätsdefiziten? Dazu hat das ArbG Siegburg, 25.08.2017, 3 Ca 1305/17, entschieden.